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Dr. Holger Lund
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was ist / meer - Ausstellung Rüdiger Penzkofer Bankhaus Bauer AG Stuttgart

03.11.1999-31.01.2000

Vernissage: 02.11.1999, 19.00

Presse-Text von Holger Faas

 

Die Reihe

Nach den Geldskulpturen und -architekturen Herbert Mosers, wartet die Bankhaus Bauer AG erneut mit einer Ausstellung auf, die anstelle der bankberüchtigten Heimataquarelle Kunst bietet, die sich mit dem Ausstellungsort, der Bank also, auseinandersetzt. Der Bank angemessen, präsentiert die Bankhaus Bauer AG künstlerische Werte, die sich mit pekuniären Werten befassen.

 

Das Installationsprojekt - "meer"

121 vergoldete, mit Wasser gefüllte Glasschalen auf einem Sockel, betitelt mit "meer", auszustellen in einer Bank - mit diesen einfachen Elementen erzielt Rüdiger Penzkofer eine weitreichende semantische Komplexität: in Auseinandersetzung mit der Wertigkeit der Materialien (was ist existentieller, Wasser oder Gold?), in Auseinandersetzung mit dem Installationsort (Bank als Goldschale?) und in Auseinandersetzung mit der Kunst (Arte povera mit Luxusmaterial?).

Im Anschluß an die vorgesehene Ausstellung der Installation soll diese in 121 Schalen-Multiples zerlegt werden.

Mit der CAD-Präsentation auf CD-Rom existiert die Installation in virtueller Form. Damit sie realiter existieren kann, bedarf es der Subskribenten für die Multiples.

 

Die Werke - "was ist"

Mit Rüdiger Penzkofer gilt es, einen Künstler zu entdecken, der nicht nur der Auf-merksamkeit würdig ist, sondern sie auch belohnt - mit ästhetisch trefflichen Lösungen. Deshalb sehen sie "was ist" - der auf das Seiende und Vorhandene abzielende Titel verweist auf die Bestandsausstellung, die zusätzlich zur Projektpräsentation geboten wird.

Gegen den vorherrschenden akademischen Trend zur Konzept-Kunst, der das gedankliche Konzept alles ist, die handwerkliche Ausführung jedoch fast nichts, sticht die handwerkliche Präzision und Sorgfalt, die Penzkofer seinen Kunstwerken angedeihen läßt, entschieden ab. Diesem Künstler ist die formende Arbeit am und mit dem Material und die ausgeformte Gestalt wichtig, weil ihm eine mögliche Grundleistung von Kunst am Herzen liegt, nämlich ästhetisch - also sinnlich - auf unsere Wahrnehmungsorgane einzuwirken. Weder leugnet noch ignoriert Penzkofer den sinnlichen Wert von Kunst, im Gegenteil, er baut auf ihn - zugunsten des Betrachters.

 

Der Künstler

Rüdiger Penzkofer, 1962 geboren, studierte 1985-86 Malerei an der freien Kunsthochschule Alfter bei Ogilvie. Nach seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre als freischaffender Künstler, zunächst in Bonn, dann in Nürnberg und seit 1990 schließlich in Schorndorf. Im selben Jahr begann Penzkofer ein Studium der Sozialpädagogik in Esslingen, das er 1995 abschloß. Seit 1993 ist er freier Mitarbeiter des Kulturzentrums Manufaktur e.V. in Schorndorf, besonders engagiert im Bereich der Kinderpädagogik, und seit 1996 ist er Vorsitzender des Kunstvereins Schorndorf.

Mit seinen Gemälden, Graphiken und Skulpturen ist Rüdiger Penzkofer in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten gewesen, unter anderem in Sydney, Bonn, Stuttgart und Göppingen.



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